Schon die Überschrift stimmt nicht, und trotzdem ist vieles dran: Wer in den vergangenen Monaten eifriger Leser von Spiegel Online war (die ich hier mal nicht verlinke, das ist mir zu blöd), der hat sicherlich gemerkt, dass es ein übergreifendes Thema gibt, das immer eine Top-Platzierung verdient hat: Die Weltwirtschaftskrise, bzw. jeden, der zur Zeit eine solche sehen möchte.

Liest man den Spiegel, bzw seine lange Zeit so gerühmte Online-Ausgabe, dann bekommt man den Eindruck, als stünde die Welt nicht nur am Abgrund, sondern sei bereits im freien Fall. Kein Morgen vergeht, an dem nicht die Topmeldung ein Schlagwort auftaucht, das den baldigen Untergang prophezeit: Krise (in jeder Spielart: Wirschaftskrise, Finanzkrise etc.), Untergang, Panik. Kein Morgen, an dem nicht ein Gestörter, äh, wichtiger Interviewpartner davon berichtet, dass er nun sein ganzes Leben umstellen wolle.

Gut, gestern ist der Ölpreis richtig in den Keller gegangen, die Aktienkurse nach oben, die Arbeitslosenquote sinkt seit Jahren und was macht der SPIEGEL? Erst mal “die Krise zum Krimi”, aber keine Meldung darüber.

Stellt sich mir die Frage: Was ist los beim SPIEGEL? Sind da nur noch die Krisenapologeten unterwegs? Warum der private Vorstoß in den Niedergang?

Zwei Antworten hätte ich im Angebot, beide miteinander verzahnt:
1. Krisen sind gut für die Klickrate. War schon früher so, wird auch in Zukunft so: Angst ist das, was Menschen umtreibt und antreibt. Angst vor der Zukunft ist schon immer eine starke Triebfeder gewesen, Sorgen macht sich schließlich jeder, und mit so einer “Krisen”-Serie hält man die Leser bei der Stange. “Was wohl morgen passiert?”, tja, Spiegel-Leser wissen mehr.

2. Der Spiegel hat ein SEO-Problem. Meiner Ansicht nach die wichtigste Triebfeder: Der Spiegel, lange Zeit der Liebling bei Google News, hat seit ein paar Monaten ein SEO-Problem. Die Welt, als Printausgabe eher mageres Futter, schafft es neuerdings immer wieder in die Höchstplatzierung. Die haben anscheinend einen guten SEO-Manager, auch wenn ich persönlich die Artikel nach wie vor schrecklich finde, das Layout inklusive.

Und was, wenn nun doch keine Krise kommt? Wir nicht alle auf der Straße leben müssen? Dann waren wir wenigstens gut gewarnt. Wird der Spiegel eigentlich irgendwo ein den Bundesschatzbriefen gesponsort? Wir werden es sehen.

Fehlt nur noch, dass nun auch der SPIEGEL, lange Zeit Googles Liebling, sich auch in einem Artikel über SEO ausweint, nur weil es derzeit nicht läuft. Dann bin ich nur noch am Lachen…

Das hier: